Erhard Wolff GmbH
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Formstecher im Mittelalter

16. Jahrhundert: Die Geburt unseres Handwerkes

Bis Mitte dieses Jahrhunderts wurden Muster und Zeichnungen auf Textilien mit speziellen Holzformen gedruckt, welche mit Meisseln, Grabsticheln und Messern von sogenannten Formstechern bearbeitet wurden. Ihr Kunsthandwerk wurde schon 1568 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich über die Jahrhunderte, zusammen mit der Textilindustrie, zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Die Abbildung links aus der Wolff'schen Privatsammlung zeigt einen Formstecher bei der Arbeit, Mitte 16. Jahrhundert.

Um 1850: Der erste Wolff kommt nach Hard

Wien war Mitte des 19. Jahrhunderts ein Zentrum der europäischen Formstecherei. Jenny und Schindler, eines der damals führenden Textildruckereien der k + k Monarchie, rekrutierte um 1850 einen talentierten Wiener Formstecher für ihre Fabrik in Hard, Vorarlberg. Er war Wilhelm Wolff, der Urvater der Unternehmerfamilie Wolff in Vorarlberg, Österreich.

Wilhelm Wolff
Johann Nepomuk Wolff

1897: Firma Wolff wird gegründet

Der Sohn von Wilhelm Wolff, Johann Nepomuk Wolff (Portrait links), verliess Jenny und Schindler um seine eigene Formstecherei mit vier Mitarbeiter im Jahre 1897 zu gründen. Von Anfang an stand unser Unternehmen unter einem guten Stern. Die Nachfrage nach unseren Produkten war gross. Die qualitativ hochstehenden Wolff Formen wurden nicht nur innerhalb Österreich-Ungarns vertrieben, sondern auch in die Schweiz und nach Deutschland. Der Sohn von Johann Nepomuk Wolff, Johann Wolff, baute im Jahre 1908 das noch heute bestehende Hauptfabrikgebäude. Anfangs des 20. Jahrhunderts stieg die Textilindustrie auf Walzendruck um, und die Wolff'schen Formstecher passten ihre Produktepalette der neuen Technologie sofort an. Der Umsatz stieg stetig und bei 1914 zählte unsere Belegschaft schon 30 Mitarbeiter.

Krisen- weichen Boomjahren

Die kontunierlichen Umsatzsteigerungen der letzten Jahrzehnte wurden durch Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh beendet. Die meisten Mitarbeiter wurden in das kaiserliche Heer eingezogen, so auch Johann Wolff. Seine Ehefrau, Marianne Wolff, führte mit den verbliebenen älteren Arbeitern den Betrieb so gut es ging weiter. Es ist ihr Verdienst, dass der Kontakt zu Kunden trotz Krieg und wirtschaftlichen Turbulenzen nie abgebrochen wurde. Deshalb konnten wir schon kurz nach Kriegsende alle unsere Kunden europaweit wieder beliefern. Unsere Umsätze schnellten in die Höhe und die Belegschaft stieg bei 1923 auf 60 an. In den 20er Jahren entwickelte sich die Firma Wolff zum namhaftesten Unternehmen in seiner Branche in ganz Europa. Wir erhielten an der Brüsseler Weltausstellung von 1935 die Goldmedaille, und den Grand Prix und eine Goldmedaille an der späteren Pariser Weltausstellung.

Panorama der Werkstatt, 20er Jahre

Veränderte Kundennachfrage, neue Produkte

In den Zwischenkriegsjahren begannen sich neue Produktionstechnologien in den Branchen, die wir belieferten, durchzusetzen. Die Firma Wolff folgte dieser Entwicklung mit der Aufnahme der Entwicklung und Produktion von hochwertigen Druckwalzen und -schablonen in 1920. Die wirtschaftliche und soziale Misere des Zweiten Weltkrieges zog auch über unsere Firma. Unser Unternehmen überstand diesen Rückschlag nur durch den vollen Einsatz all unserer Mitarbeiter während und nach dem Krieg. Mitte 1950 stieg die Firma Wolff in die Produktion von Stanzwerkzeugen ein, wohl auch weil schon vorhandene Fertigkeiten und Expertisen dort effektiv eingesetzt werden konnten. Der Kundennachfrage folgend, gewann der Geschäftsbereich Stanzwerkzeuge immer mehr an Gewicht. In 1976 wurde die Produktion von Druckschablonen ausgesondert. Neue Drucktechnologien in der Textilindustrie lösten auch den Walzendruck ab. Unter der Führung von Erhard Wolff (Portrait links), Geschäftsführer von 1976 bis 1992, wurde die Firma ab 1979 nunmehr exklusiv auf die Entwicklung und Produktion von Stanz- und Ausbrechwerkzeugen ausgerichtet.

Eine Frau setzt sich mit Stahl durch

Erhard Wolff übergab 1992 die Führung der Erhard Wolff GmbH an seine Tochter, Sigrid Wolff (links am Telefon mit einem Kunden). Mit hohem Einsatz und gezielten Investitionen in modernste Fertigungstechnik hat sie das Unternehmen gegen den verstärkten Wettbewerb gestärkt, und es auf den Eintritt Österreichs in die Europäische Union vorbereitet. Heute ist die Erhard Wolff GmbH europaweit das führende Unternehmen seiner Branche. Die Produktepalette umfasst Stanz-, Ausbrech- und andere Spezialwerkzeuge zur Bearbeitung von diversen Materialien. Bekannte Namen in der Automobil-, Elektronik-, Papier-, Kunststoff-, und Metallwarenbranche gehören seit Jahren zum loyalen Kundenkreis.

Sigrid Wolff
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